Der Beiname La Serenissima (Die Erhabene) verrät bereits die emotionale Bedeutung, die die einstige Großmacht Venedig über die Jahrhunderte inne hatte und noch immer hat. Wer einmal des Nachts die scheinbar schlafende Stadt mit seiner eigenartige Stille genossen hat, einige der 398 Brücken überschritten und allgegenwärtig auf die Relikte der Vergangenheit gestoßen ist, wird für immer dem Zauber dieser einzigartigen Stadt verfallen sein.
Die Wasserflächen – nicht nur aufgrund der 175 Kanäle - bestimmen das Stadtgebiet und zeugen in seinen Spiegelungen von der Besonderheit der Architektur. John Addams spezifiziert sich in seiner Serie GIDENEV auf ein seitenverkehrtes Bild der Stadt. Jenes, das seine Kamera mit einem auf die Oberfläche des Wassers gerichteten Fokus einfängt und zu einem teilweise durch die Wellen abstrahiertem Spiegelbild der Gebäude und Brücken wird. Der Künstler frägt: Wie schön ist es, sich in diesen Wellen zu verlieren, etwas zu sehen, was so gar nicht da ist. Oder doch?
Der Werkserientitel GIDENEV ist dabei Programm, Venedig auch einmal in einer anderen Ausrichtung und aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Um die Freiheit der Kunst in allen ihren Facetten fotografisch auszuloten, wählte John Addams diesen künstlerischen Namen als ein Pseudonym. Als ausgebildeter und beruflich immer aktive Fotograf waren doch gewisse Einschränkungen oder Vorgaben relevant, die nun in seiner selbstgewählten Anonymität und somit Befreiung des Kontextes seines bisherigen Tuns, in jede Richtung für ihn offen stehen. Sein tabula rasa der beruflichen Vergangenheit eröffnete ihm damit einen anderen Zugang, neue Möglichkeiten und eine Überwindung der Grenzen in seiner Ausdrucksmöglichkeit.
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