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Spaltgriffel: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!

Unschwer zu erkennen, aber das Foto stammt nicht von meinem Garten ;)

Aber so sieht er aus, wenn jemand mit einer gscheiten Kamera den Schönen vor die Linse holt und nicht mit dem schwachen Handy abdrückt.

Aus einer Laune heraus und einem absoluten Unwissen über die Pflanze, wurde der kleine "südliche Sahel-Zone-Afrikaner" auch für meinen Teich erstanden. Er ist eine Sumpfpflanze, die auch gerne im seichten Wasser verbringt, aber auch kurze Phasen der Austrocknung nicht böse nimmt.  Ein bissi später habe ich gelesen, dass er nicht wirklich winterhart ist und von unbedingtem Zudecken mit Reisig im Winter die Rede ist. Noch dazu soll er wenig Überlebenschancen in "härteren" Gegenden haben. Naja, das Mostviertel ist verdammt rau.

Das alles habe ich aber vor dem Kauf noch nicht gewusst! Da ich aus Gier ja immer gleich alle Pflanzen nachdem sie meins sind, teile und an möglichst vielen Stellen rund um den Teich setze, so nach dem Motto: Irgendwo werden sie es überleben!, habe ich auch den Spaltgriffel gleich einmal in vier Teile gerissen und in die Botanik rund um den Teich gesetzt.

An zwei Stellen hat der Spaltgriffel wirklich in einem sensationellen Rot im Herbst (bis zu den ersten Frösten) geblüht. Wann er genau wirklich in der freien Natur blühen soll, konnte ich aus den diversen Gartenmagazinen und Wissensseiten nicht herausfinden. Die Angaben sind absolut widersprüchlich. Jedenfalls war es bei mir so: Anfang Mai gekauft, teils ins Wasser an seichte Stellen und teils am Ufer, wo viele Wurzeln ins Wasser wachsen können, gesetzt. Der erste hat Anfang September zu blühen begonnen, der zweite hat Ende Oktober zum ersten Mal eine Blütenrispe gezeigt. Beide haben aber wirklich ein paar Wochen lang geblüht.

Nach meiner kurzen, herbstlichen Erkenntnis: Schas, der ist nicht winterhart!, war natürlich die Gier wieder einmal stärker und ich habe zwei (die auch nicht geblüht haben) wieder ausgerissen und auf die Terrasse "gerettet". Die beiden im Herbst wunderbar blühenden Exemplare, habe ich mit der 50 % Chance behandelt: Einen habe ich - wie in den Foren so schön beschrieben - im Dezember zurück geschnitten und mit Moos fein bedeckt.

 

Der zweite hat eine andere Überlebensstrategie erhalten: Alles einfach so lassen und abwarten und schauen, ob er den Winter überlebt.

Stand: 7. Jänner 2021

Die "Geretteten"

Die geretteten Spaltgriffel haben sich gleich so hurtig vermehrt, dass ich mittlerweile (Stand 7. Jänner 2021) 17 Töpfchen mein Eigen nenne. Aber die liebe Verwandt- und Bekanntschaft hat schon Interesse an welchen bekundet und die zarte Hoffnung ausgesprochen, dass ich ihnen welche überlasse.

 

Stand: 6. Jänner 2021

Stand: 13. Jänner 2021

Und so schauts aus in Terrassanien! Unermüdlich schieben die einzelnen Stöcke nun seit Anfang Dezember Blütenrispen. Und zu meinem großen Erstaunen auch in Hellrosa, obwohl es eigentlich eine rote, große Pflanze war. Aber egal! Ist doch auch wunderbar.

Meine Strategie ist jetzt: Ein paar im Frühjahr wieder in die Freiheit zu entlassen, abwarten und schauen, ob eine überlebt und im Notfall, doch noch eine Reserve auf der Terrasse wieder über den Winter zu bringen.

und er ist praktisch!

Einmal fast mit Wasser ersäufen und dann wieder fast austrocknen lassen können. Dann wieder massenhaft Wasser......

und er blüht und blüht und blüht, vermehrt sich und ist eine Freude!

Aber die alles entscheidende Frage bleibt trotzdem wie er den Winter beim und im Teich überlebt:

 

Sein oder Nichtsein! Das ist hier die Frage!