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Ich pfeif auf Rasen!

Also von einem schönen Rasen hat niemand was! Mir ist er wurscht und die Insekten und allerlei Getier mögen ihn auch nicht sonderlich, sondern brauchen Pollen, Nektar, Blätter....Das zweite Grundstück hinter dem Haus ist eh mit einem Rasen zwischen den Obstbäumen und einer Fichte, Gemüsegarten ohne Gemüse, aber mit vielen Beerenstauden....mehr als ausreichend bestückt. Also, das genügt eindeutig!

Meine Cousine hat mich dann auf die Idee gebracht: Sie liebt es, wenn sie auf Besuch ist und eine Runde barfuß um den Walnussbaum laufen kann. Dort ist verdammt viel Moos.

Also Projekt in Angriff genommen: Aus einem schiachen Rasen, wo nur ein Gänseblümchen gewachsen ist, ein hoffentlich blühendes Paradies mit viel Moos für das Barfußlaufen zu machen. Relativ hoffnungslos ist es, wenn man in diversen Foren und Seiten nach fast trittfesten und blühenden, heimischen Gewächsen sucht. Aber nach gefühlten 200.000 Artikeln, habe ich meine Wunschliste erstellt!

Dazu muss gesagt werden, dass der Lehmboden zwischen Einfahrt und Teichareal so dermaßen verdichtet ist, dass bei Regen das Wasser nicht versickert (ist ja auch eine leichte Schräge in Richtung Teich) und es ist kaum Regenwürmer oder Getier im Boden vorhanden, die ihn gelockert hätten oder würden. Im Sommer und somit bei Trockenheit dagegen war das Rasenstück hart wie Beton! Die Erde ist gerissen und hat tiefe Furchen in den Rasen gezogen. Also so dermaßen hitverdächtig, dass da etwas getan werden musste!!!

 

Stufe 1: Herbst 2020

Auf den vorhandenen Rasen habe ich immer wieder Sand, kleine Steine, Häckselgut und Erde (die ich von überall sonst wo abgezweigt habe), gestreut, sodass bei Regen schon etwas in die Oberfläche gesickert ist und beim normalen Betreten des Rasens immer wieder schon etwas in die Erde gedrückt wurde. Die Fragen nach: Ohh, hast du einen Maulwurf? sind ein an mir abgeprallt.

Stufe 2: Spätherbst 2020

Moose und Veilchen, die im hinteren Garten in den sonnigen Teilen wuchsen, wurden schon eingesetzt. Dazu noch Margaritenstöcke und Gänseblümchen, die ich so unter dem Motto: Eines bleibt, eines darf in den Urlaub zum Teich! ausgegraben habe.  So quasi: Ich habe den hinteren Teil des Gartens massiv für meine Zwecke am Teichgrundstück geplündert.

Natürlich war ich wie immer bei allen Schnorren: Primeln und Schlüsselblumen müssen auch her und die durfte ich nicht aus dem hinteren Garten bei Todesstrafe ausgraben!!!

Also bei einigen war ich mit dem Abschwatzen recht erfolgreich und die wachsen schon im "Rasenstück". Dazu noch einige zusätzliche Krokusse, die ich im Boden versteckt habe und haufenweise: Günsel und Braunellen, die ich unter den Hainbuchenhecken ausgegraben habe.

Braunellen sind ganz klein und breiten sich auch im Rasen sehr schnell aus. Deshalb mag sie keiner. Ich aber schon! Vor allem sieht man sie nie blühen, wenn spätestens alle 14 Tage der Rasenmäher über das Grün flitzt.

Kriechender Günsel (Foto von Wikipedia gestohlen)

Auf ihn trifft das selbe wie auf die Braunelle zu.

Ich habe ihn auch als rotblättrigen Günsel gefunden und beide Arten im Garten auf Dauerurlaub gesetzt. Schau ma mal, wie sie sich nach dem Winter machen!

Die aktuelle Lage
Anfang Jänner 2021
Nicht berauschend, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

So und jetzt ist Winter! Also heißt es: Bitte warten und Pflanzen drinnen vorziehen!!!

Stufe 3: Jänner 2021
Diese Stufe wird auf der verglasten, sehr huschi kalten Terrasse vollzogen. Dazu muss gesagt werden: Es war einmal eine offene Terrasse aus den 1970er Jahren, die mit fast geschenktem Schaufensterglas in den 80er Jahren zugemacht wurde. Es ist frostfrei dort (ein kleiner Heizkörper hält es frostfrei) und wenn die Sonne auf den zwei großen Glasflächen in den Raum scheint, flitzt man gleich auf über 20 Grad hinauf. Also: Experiment wagen!

Noch ist ganz wenig zusehen.

Feldthymian soll einen Teppich bilden und vor allem blühen und duften!

Besonderheit: Heimische Wildpflanze, die maximal 10 cm hoch wächst, Hauptblütezeit: Juni - August

und so wird er hoffentlich bald aussehen!

Gänseblümchen warten auf ihren Einsatz in der Schale und in 128 ;) Töpfchen werden sie hoffentlich gut heranwachsen.

Das Gänseblümchen ist so quasi der Allrounder und der "Notnagel" unter den Pflanzen. Selbst durch den Schnee recken noch einzelne Blüten hervor. Es blüht eigentlich immer und verdrängt Rasen. Es vermehrt sich selbst durch Aussaat und durch Ableger. Es ist überhaupt nicht anspruchsvoll was die Frage des Bodens betrifft. Einzig: Es liebt die Sonne! Also ein schattiger Standort ist für die Blühfreudigkeit nicht so günstig.

Also aktueller Zustand und Wunschdenken nebeneinander.


Das Sternmoos habe ich von der Verwandtschaft bekommen, da es in ihrem Garten einfach nicht feucht genug war und ihnen das ständige Gießen am Nerv gegangen ist.
Dankend habe ich es für die Bepflanzungen beim Teich genommen und gleich nachgelesen: Holla, das ist ja gar kein Moos, sondern es heißt nur so. Es braucht ziemlich feuchten Untergrund und verwurzelt sich dann aber auch brav. Ab Juni darf man mit zarten Blüten rechnen.

Beim Teich hat es schon ein klein wenig geblüht und es ist wirklich zauberhaft!!! Für die Verwendung anstatt des Rasen habe ich von den Teich- und Bachpolstern einfach jeweils kleine Stücke abgerissen und sie nun in eine Pflanzschale, gemischt mit Gänseblümchen, gegeben und ziehe sie auf der 'Terrasse vor. Ich hoffe sehr, dass sie bis nach den Eisheiligen im Mai einfache Matten bilden, die ich dann einfach nur auseinander schneide und auf dem Boden verteile.

 

 

Na so der Plan ;)